Psychiatrische Genetik (Gastprofessur)

In der klinisch-genetischen Forschung arbeiten Grundlagenforscher wie Genetiker und Epidemiologen mit Medizinern in der klinischen Praxis eng zusammen. Bisher hat sich die Forschung vor allem auf Diagnosegruppen konzentriert, also darauf, ob zum Beispiel jemand eine Schizophrenie oder bipolare Störung hat. Für den Patienten, seine Angehörigen und den Arzt ist aber die Frage, wie jemand auf eine Therapie anspricht oder wie sich die Symptomatik über die Zeit ändert, von viel größerer praktischer Relevanz als die Einordnung in eine Diagnosegruppe. Daher wollen wir im Rahmen der von der DFG geförderten Klinischen Forschergruppe 241 „Genotyp-Phänotyp-Beziehungen und die Neurobiologie des longitudinalen Psychoseverlaufs“ sowie dem Nachfolgeprojekt „PsyCourse“ im Rahmen eines deutschlandweiten Projekts den Verlauf von schizophrenen, bipolar- und unipolar-depressiven Störungen über einen längeren Zeitraum untersuchen.

Beide Projekte werden von Prof. Thomas G. Schulze im Rahmen seiner Professur in München und seiner Gastprofessur in Göttingen koordiniert.

Wir interessieren uns dabei besonders für mögliche genetische und neurobiologische Determinanten des Verlaufs. Die Erkenntnisse dieser Forschung sollen klären, warum es unter den bisherigen Behandlungsstrategien zu Rückfällen kommt und warum einzelne Patienten auf bestimmte Behandlungsverfahren nicht ansprechen. Die gewonnenen Biomaterialen, zum Beispiel DNS oder Proteine, sollen in einer modernen Biobank so aufbewahrt werden, dass sie der Wissenschaft für die Bearbeitung möglichst vieler Fragestellungen auch noch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zur Verfügung stehen.

Ansprechpartner
Schulze
Prof. Dr. Thomas Schulze
E-Mail:
thomas.schulze@med.uni-goettingen.de

Weitere E-Mail-Adresse:
thomas.schulze@med.uni-muenchen.de

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