Ambulanz für Vagusnervstimulation (VNS)

Allgemein

Neuromodulationsverfahren sind inzwischen etablierte Therapien in der Behandlung von therapieresistenten depressiven Erkrankungen. Bisher wurden mehr als 100.000 Patienten mit Epilepsie und mehr als 5000 Patienten mit therapieresistenter Depression mit einer VNS behandelt.

Operation

Bei der VNS-Implantation wird bei einem ca. 2-3- stündigen Eingriff im Brustbereich unter der Haut ein Stimulationsgerät ähnlich dem Herzschrittmacher implantiert, das über eine Elektrode mit dem linken Vagusnerv verbunden ist.

Indikation

Die VNS ist als Zusatztherapie für „chronische und wiederkehrende Depressionen in Patienten, die sich in einer mit therapieresistenten oder therapieintoleranten depressiven Episode befinden“ zugelassen. Im klinischen Alltag ist eine sogenannte Therapieresistenz vor allem durch die Nichterreichbarkeit einer dauerhaften Remission gekennzeichnet.

Wirkweise (Modell)

Der VNS-Schrittmacher sendet regelmäßig elektrische Impulse (meist alle 5 Minuten über 30 Sekunden) an den Vagusnerv, die Aktionspotentiale der Vagusfasern auslösen. Efferent sich ausbreitende Aktionspotentiale werden zum größten Teil durch die Anode der Elektrode blockiert, währen afferent sich ausbreitende Aktionspotentiale im Hirnstamm die Aktivität des Nucleus Tractus Solitarius (NTS) steigern, der 80% der vagalen Afferenzen erhält. Der NTS projiziert zu den dorsalen Raphekernen, (Hauptproduktionsstätte von Serotonin im Gehirn), und zum Locus Coeruleus, (Hauptproduktionsstätte von Noradrenalin im Gehirn). In Tiermodellen steigt unter VNS sowohl die Stoffwechselaktivität als auch die Feuerungsrate in beiden Kerngebieten. Dies ist wahrscheinlich die neurophysiologische Ursache für die erhöhten Noradrenalin- und Serotoninmetaboliten-Konzentrationen im Liquor von VNS-behandelten Patienten. Die vagalen Hirnstamm-Nuclei haben sowohl direkte Faserverbindungen zum präfrontalen Kortex und zum insulären Kortex, als auch subkortikale Verbindung zu Hypothalamus, Cingulum, Hippokampus und Amygdala. In diesen Hirnstrukturen konnten funktionelle Imaging Studien (PET, SPECT und fMRT) von Patienten mit therapieresistenter Depression, die mit VNS behandelt worden sind, zunehmende Stoffwechsel- und Durchblutungsveränderungen im Zeitverlauf zeigen. Interessanterweise wird in diesen Studien der linksseitige präfrontale Kortex aktiviert, hingegen nimmt die Stoffwechselaktivität und Durchblutung in den rechtsseitigen kortikalen und subkortikalen Kerngebieten ab.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen der VNS Therapie in 20% aller Patienten sind Heiserkeit, Irritation des Stimm-Schluckapparates, Husten und Dyspnoe. Klassischerweise treten Nebenwirkungen nur in den Stimulationsintervallen auf und nehmen mit der Dauer der Behandlung ab.

Kostenübernahme:

Die VNS ist seit fast 15 Jahren für die Behandlung von therapieresistenten Depressionen zugelassen und die Kosten hierfür werden vollständig von den Krankenkassen übernommen.

Terminvereinbarung

über Tel. 0551-39-66607

Ansprechpartner

Leiter

Wolff-Menzler
Priv.-Doz. Dr. Claus Wolff-Menzler, MA
Stellvertretender Direktor
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Telefax:
0551-39-66597
E-Mail:
claus.wolff-menzler@med.uni-goettingen.de
PubMed:
Publikationen (PubMed)
  • Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Master of Arts (Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen)

Mitarbeiter

Timäus
Dr. Charles-Arnold Timäus
Telefon:
0551-39-65637
E-Mail:
charles.timaeus@med.uni-goettingen.de
  • Facharzt für Neurologie
  • EEG-Zertifikat der DGKN