ADHS im Erwachsenenalter - Spezialsprechstunde der psychiatrischen Institutsambulanz

Hintergrundinformationen

Was ist ADHS?

Die ADHS beginnt im Kindes- und Jugendalter und kann bis in das Erwachsenenalter anhalten. Sie ist gekennzeichnet durch Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Impulsivität sowie körperliche und/oder innere Unruhe. Die Schwierigkeiten der Betroffenen können in diesen Bereichen sehr unterschiedlich sein und sich im Laufe des Lebens verändern. An einer ADHS Erkrankte haben oft Schwierigkeiten, ihren Alltag (Familie, Beruf, Sozialleben) zu bewältigen und leiden häufiger an seelischen Erkrankungen als andere Menschen (z. B. Ängste, Depressionen, Suchterkrankungen).

Für wen ist das Spezialsprechstunde geeignet (Zielgruppe)?

Es besteht eine sehr hohe Nachfrage nach Terminen zur Diagnostik und/oder Behandlung einer ADHS im Erwachsenenalter. Die Behandlung in unserer Spezialambulanz, die zur Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) gehört, findet auf Grundlage einer Überweisung eines niedergelassenen Psychiaters/einer niedergelassenen Psychiaterin statt. Das hat den Hintergrund, dass die PIA einen spezifischen Versorgungsauftrag hat. Die PIA richtet sich an Patienten, die aufgrund der Art, Schwere, Dauer oder Komplexität ihrer Erkrankung eine krankenhausnahe Versorgung benötigen.

In der Regel kann eine Behandlung über unsere Spezialsprechstunde nur dann erfolgen, wenn die/der Betroffene in dem unserer Klinik zugewiesenen Pflichtversorgungsgebiet wohnhaft ist.

Wie wird behandelt?

Die Behandlung und Diagnostik orientieren sich an der individuellen Situation des Betroffenen. Grundsätzlich führen wir ein Anamnesegespräch und erheben Informationen mittels Fragebögen (Psychometrie). Im Einzelfall erfolgen weiterführende Untersuchungen (Blutuntersuchung, EEG, cMRT, körperliche Untersuchung, neuropsychologische Untersuchungen oder auch konsiliarische Untersuchungen in unseren Nachbarabteilungen).

Auch die Behandlung (Therapie) der ADHS ist individuell und patientenorientiert. Nach aktuellem Forschungsstand hat bei der ADHS im Erwachsenenalter die medikamentöse Therapie (Pharmakotherapie) einen sehr hohen Stellenwert. Wir beraten die Betroffenen natürlich auch hinsichtlich nicht-medikamentöser Angebote (z. B. Psychotherapie, Selbsthilfegruppen, ambulante Hilfen, Rehabilitation, Nachteilausgleich).

Die Diagnostik, An- und Weiterbehandlung erfolgt selbstverständlich nach Maßgabe der aktuellen Leitlinien und Forschung.

Wie kann man einen Termin zur Erstvorstellung erhalten?

Aufgrund der hohen Nachfrage versuchen wir mit möglichst vielen Betroffenen bereits vor der Erstvorstellung telefonisch oder per E-Mail in Kontakt zu treten. Hierfür senden Sie bitte an untenstehende Mailadressen folgende Unterlagen (in Anlage als Scan oder Foto):

Zusendung per Mail an psychiatrie.ambulanz@med.uni-goettingen.de

Nach Durchsicht Ihrer Unterlagen werden wir uns zwecks Zuweisung eines Ersttermins bei Ihnen melden!

Zum Ersttermin bitten wir Sie mitzubringen:

Folgetermine (Bestandspatienten) können über die zentrale Terminvergabe (0551/39-64777) erfolgen.

Sofern Sie darüber hinaus Fragen haben, wenden Sie sich bitte gerne per Mail an den für die Spezialsprechstunde zuständigen Arzt (psychiatrie.ambulanz@med.uni-goettingen.de).

 

Aktuelle Studien in unserer Ambulanz

„Symptomorientierte Verlaufsbeurteilung und gesundheitsbezogene Lebensqualität bei ADHS-Patienten im Erwachsenenalter“

 

Liebe Studieninteressierte, lieber Studieninteressierter,

im Rahmen Ihrer Behandlung in der Spezialambulanz für die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter sind wir bestrebt unsere Leistung beständig zu verbessern. Dazu gehören verschiedene Forschungsprojekte, an denen Sie freiwillig teilnehmen können.

Leider wissen wir, verglichen mit anderen Erkrankungen, noch sehr wenig über die Symptomatik, die Behandlung und den Verlauf der ADHS. Im Rahmen der Studie soll diese Erkrankung besser erforscht werden.

Dazu möchten wir uns den Krankheits- bzw. Behandlungsverlauf der Studienteilnehmer genau angucken und mehr über einzelne, für uns interessante Merkmale erfahren (z. B. Medikation, Begleiterkrankungen, sportliche Aktivität, Blutdruck u.v.m.). Besonders wichtig ist uns dabei der Aspekt der individuellen Lebensqualität der betroffenen PatientInnen, denn die Lebensqualität ist aus unserer Sicht ein entscheidendes Therapieziel.

Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Die Therapie verändert sich durch die Teilnahme an der Studie also nicht.

Als Studienleiterin stehe ich Ihnen bei Rückfragen und Teilnahmeinteresse gerne zur Verfügung. Senden sie dafür bitte eine E-Mail mit ihren Kontaktdaten (vollständiger Name, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer) an meine E-Mail-Adresse (laura.mendoza-schulz@med.uni-goettingen.de).

Wir möchten uns schon jetzt für das Interesse an unserer Forschungsarbeit bedanken.


Ihre Studienleiter

Dr. Laura Mendoza Schulz
- Studienleiterin -
Assistenzärztin in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen

Priv.-Doz. Dr. Bernhard Kis
Chefarzt St. Elisabeth-Krankenhaus Niederwenigern

 

Kontaktadresse der ADHS-Spezialsprechstunde:

Universitätsmedizin Göttingen,
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Spezialsprechstunde für ADHS im Erwachsenenalter
Von-Siebold-Str. 5
37075 Göttingen

Ansprechpartner

Leitung

Heßmann
Priv.-Doz. Dr. Philipp Heßmann, MPH
E-Mail:
philipp.hessmann@med.uni-goettingen.de
PubMed:
Publikationen (PubMed)
  • Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Master of Science in Public Health (MPH)
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